Hohe Wald- und Vegetationsbrandgefahr

Hohe Wald- und Vegetationsbrandgefahr: Naturpark RheinTaunus bittet um erhöhte Vorsicht

Hinweis: Gefahrenstufen und örtliche Sperrungen unmittelbar vor der Veröffentlichung prüfen.

Hohe Brandgefahr in Wald und Offenland

In Hessen gilt derzeit Alarmstufe A wegen fortgesetzt hoher Waldbrandgefahr. Der Waldbrandgefahrenindex und der Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes erreichen in Teilen der Region Stufe 4 von 5. Damit besteht eine hohe Wald- und Vegetationsbrandgefahr.

Offenes Feuer ist im Wald grundsätzlich verboten. Grillen ist nur an ausdrücklich ausgewiesenen und aktuell freigegebenen Grillstellen zulässig. Aufgrund der gegenwärtigen Gefahrenlage können Grillplätze und Feuerstellen durch die zuständigen Städte, Gemeinden und Forstbehörden gesperrt werden. Solche Sperrungen sind unbedingt zu beachten. Für Wiesbaden sind nach der derzeitigen Mitteilung sämtliche Grillplätze und Feuerstellen geschlossen.

Warum ein kleiner Funke ausreichen kann

Besonders leicht entzündlich sind trockenes Gras, dürres Laub, Nadeln und kleine Zweige. Eine glimmende Zigarette, heiße Grillkohle, Funkenflug oder ein heißes Fahrzeugteil kann dieses feine Material entzünden. Wind versorgt das Feuer mit zusätzlichem Sauerstoff, treibt es durch die trockene Vegetation und kann Glutteilchen weitertragen. Ein zunächst kleiner Brand kann dadurch innerhalb kurzer Zeit auf Hecken, Gehölze oder Waldflächen übergreifen.

Besonders schnell können sich Brände in trockenem Gras ausbreiten. Das feine Pflanzenmaterial erwärmt und entzündet sich leichter als stärkere Äste oder Stämme und bildet häufig eine zusammenhängende Brennstoffschicht. So kann ein Feuer vom Wegrand, einer Böschung oder einer trockenen Wiese auf Gebüsche und Waldränder übergreifen.

Darauf kommt es jetzt an

  • Im Wald nicht rauchen.
  • Keine Zigaretten, Glut oder Asche aus Fahrzeugen werfen.
  • Keine Grillgeräte, Feuerschalen, Fackeln oder sonstigen offenen Feuer außerhalb ausdrücklich freigegebener Stellen verwenden.
  • Gesperrte Grillplätze und Feuerstellen nicht betreten oder benutzen.
  • Fahrzeuge ausschließlich auf ausgewiesenen Flächen abstellen. Heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen können trockenes Gras entzünden.
  • Waldzufahrten und Rettungswege unbedingt freihalten.
  • Rauchentwicklung oder Feuer sofort über 112 melden; wenn möglich den nächstgelegenen Rettungspunkt angeben.

Die Brandgefahr endet nicht am Waldrand

Die besondere Aufmerksamkeit darf allerdings nicht am Waldrand enden: Trockene Vegetation und mögliche Zündquellen treffen derzeit gerade dort aufeinander, wo sich Menschen häufig aufhalten – in Gärten, auf Grundstücken, auf Terrassen und vor der eigenen Haustür. Auch dort finden sich vielerorts trockenes Gras, dürre Stauden, Laub, Hecken oder andere leicht entzündliche Materialien.

Der Naturpark RheinTaunus bittet deshalb darum, auch zu Hause unnötige Zündquellen möglichst zu vermeiden. Kerzen, Feuerschalen, Gartenfeuer und ähnliche offene Flammen sollten derzeit nicht entzündet werden. Wer dennoch grillt, muss die örtlichen Vorschriften beachten, einen ausreichenden Abstand zu trockener Vegetation und brennbaren Gegenständen einhalten und den Grill ständig beaufsichtigen. Bei Wind, großer Trockenheit oder unklaren Sicherheitsbedingungen sollte auf das Grillen verzichtet werden.

Zigaretten und Asche dürfen weder vom Balkon noch im Garten oder am Straßenrand weggeworfen werden. Grillkohle und Asche müssen vollständig abgelöscht sein und dürfen erst nach vollständiger Abkühlung in einem nicht brennbaren Behälter entsorgt werden. Fahrzeuge sollten auch im Wohnumfeld nicht auf trockenem Gras abgestellt werden.

Waldbesuche umsichtig planen

Wo keine behördliche Sperrung besteht, kann der Wald an heißen Tagen Erholung und eine gewisse thermische Entlastung bieten. Dennoch sollten Besucherinnen und Besucher ausreichend Getränke mitnehmen, Weglänge und Tageszeit an die Witterung anpassen und auf Sonnenschutz achten. Wer anderen Menschen begegnet, die erschöpft, desorientiert oder gesundheitlich beeinträchtigt wirken, sollte Hilfe anbieten oder bei Bedarf den Rettungsdienst verständigen.

Die Trockenheit kann außerdem die Gefahr durch trockene Äste und geschädigte Baumteile erhöhen. Diese können unvermittelt herabfallen und sind von außen nicht immer zuverlässig zu erkennen. Bei auffrischendem Wind oder Gewitter sollte der Wald nicht betreten beziehungsweise möglichst zügig verlassen werden. Absperrungen sind unbedingt zu beachten.

Zitatvorschlag

„Der Wald bleibt ein wichtiger Erholungsraum. Die aktuelle Situation verlangt jedoch besondere Aufmerksamkeit. Brandschutz beginnt nicht erst im Wald, sondern überall dort, wo trockene Vegetation und mögliche Zündquellen zusammentreffen – auch im eigenen Garten und vor der Haustür.“

Andreas Wennemann, Geschäftsführer des Naturparks RheinTaunus

Weitere Informationen

Freizeitangebote und aktuelle Hinweise: www.freizeitportal-nrt.de

Mit herzlichen Grüßen aus dem Naturpark RheinTaunus

i.A. Catherine Striether

Büro Naturpark

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit