30 Jahre Partnerschaft mit dem Saale-Orla-Kreis und Erinnerung an die Überwindung der DDR-Unrechtsdiktatur

Der Kreistagsvorsitzende Klaus-Peter Willsch würdigt zum Tag der Deutschen Einheit die Partnerschaft des Rheingau-Taunus- mit dem Saale-Orla-Kreis und die friedliche Überwindung der gewaltsamen Teilung Deutschlands. Eine feierliche Veranstaltung beider Kreistage soll das Jubiläum im kommenden Jahr angemessen würdigen.

„Für alle Deutschen in Ost und West ist der 3. Oktober ein Tag der Freude und der Dankbarkeit. Nach nunmehr 30 Jahren in Einheit, Frieden und Freiheit können wir auf das Geleistete stolz sein. Gleichwohl dürfen wir jedoch nie vergessen, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist und Gewalt und Krieg in Europa leider nicht der Vergangenheit angehören“, stellt der Kreistagsvorsitzende Klaus-Peter Willsch mit Blick auf 30 Jahre deutsche Wiedervereinigung fest.

„Zu den mutigen Bürgern in der DDR, die aufgestanden sind, um ihre Freiheit zu erkämpfen, zählen auch viele Freunde im Saale-Orla-Kreis“, so Willsch weiter. Seit Januar 1991 verbindet den Rheingau-Taunus- und den Saale-Orla-Kreis im Südosten Thüringens eine Partnerschaft. „‘Wir sind das Volk‘, der Ruf der friedlichen Revolution nach Selbstbestimmung, ist damals wie heute Kernelement unserer Demokratie“, betont Willsch. „Auch heute, in Zeiten des Friedens und Wohlstands in ganz Deutschland, dürfen wir die Rechte und Bürgertugenden, für die Deutsche in der DDR einen hohen Preis – nicht wenige gar mit ihrem Leben – bezahlt haben, nicht geringschätzen“, so Willsch.

Die persönliche Leistung der Menschen in der DDR und die politische Leistung der damaligen Regierung Kohl, die vor 30 Jahren den eisernen Vorhang im Herzen Europas eingerissen und in Übereinstimmung mit unseren Nachbarn die Einheit des Vaterlandes wiederhergestellt haben, dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Die Erinnerung an dieses wesentliche Kernelement unserer Geschichte stärkt unsere Demokratie und den Zusammenhalt unseres Landes. „Vor diesem Hintergrund ist es überaus unbefriedigend, dass gerade im 30. Jahr der Wiedervereinigung aufgrund der Corona-Pandemie geplante Gedenkveranstaltungen in Rheingau-Taunus- und Saale-Orla-Kreis nicht am Gedenktag dieser historischen Leistung stattfinden können“, so der Kreistagsvorsitzende. Die Partnerschaft habe damals dem Herzensanliegen vieler Bürger Ausdruck gegeben, beim demokratischen Wiederaufbau des von 45 Jahren sozialistischer Misswirtschaft ruinierten Landesteiles mitzuwirken.

Besonders dankte Klaus-Peter Willsch noch einmal den Verwaltungsmitarbeitern, die damals in den Partnerlandkreis gingen, um vor Ort beim Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen mitzuwirken. Sie haben sich ebenso wie auch Unternehmer, die bei den ersten Schritten in marktwirtschaftlichen Strukturen halfen, bleibende Verdienste um das Zusammenwachsen der zuvor gewaltsam getrennten Deutschen erworben.

Aufgeschoben darf nicht zum aufgehoben heißen.

Die Erinnerung an die Geschehnisse, die den Weg von der Diktatur zur Demokratie abbilden, darf nicht unter den Tisch fallen, sondern wird im kommenden Jahr nachgeholt werden, betont Klaus-Peter Willsch. „Landrat Frank Kilian und die Kreisverwaltung bleiben aufgefordert, den Beschluss des Kreistages im Rheingau-Taunus-Kreis umzusetzen und eine gemeinsame feierliche Veranstaltung mit den Freunden aus dem Saale-Orla-Kreis zu planen“, so Willsch. Zur Bekräftigung und Erneuerung des Partnerschaftsgedankens könne dies in einer gemeinsamen Sitzung beider Kreistage und mit Unterzeichnung einer weiteren Partnerschaftsurkunde erfolgen, wie dies vom Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann, vorgeschlagen worden ist.





Foto: Klaus-Peter Willsch / Jan Kopetzky (honorarfrei verwendbar)