Niedernhausener Anzeiger KW 8
Sanierung im Waldschwimmbad: Wo stehen wir aktuell?
Das Waldschwimmbad ist für viele Menschen in Niedernhausen mehr als nur ein Schwimmbad – es ist ein Stück Heimat, ein Treffpunkt, ein Ort für Sommererinnerungen. Umso verständlicher ist es, dass viele Bürgerinnen und Bürger derzeit mit Sorge verfolgen, wie es auf der Baustelle vorangeht. Die Frage, wann das Waldschwimmbad wieder öffnet, bewegt viele. Diese Sorge nehmen wir sehr ernst.
Deshalb möchten wir ein Update dazu geben, wo wir stehen – und warum wir trotz mancher Herausforderungen zuversichtlich sind.
Das Wetter muss mitspielen – wir sind bereit
Aktuell werden am Schwimmerbecken die Stützen für die neue Dachkonstruktion über den Sitzstufen aufgestellt. Sie werden mit sogenanntem Schwellbeton verankert. Damit dieser dauerhaft tragfähig aushärten kann, braucht es mehrere Tage und Nächte mit Temperaturen über 5 Grad Celsius. Die Wetterprognosen stimmen uns hier optimistisch: Ab der kommenden Woche sind passende Bedingungen in Sicht.
Auch für die letzten Arbeiten am Flachdach des Technikgebäudes ist frostfreies Wetter erforderlich. Für die abschließenden Details wird noch einmal ein Kran eingesetzt – danach kann auch dieser zurückgebaut werden. Einer der beiden Kräne ist bereits verschwunden, ein sichtbares Zeichen dafür, dass Arbeiten erfolgreich abgeschlossen wurden.
Nachhaltig, durchdacht und mit Blick in die Zukunft
Sobald die Metallstützen am Schwimmerbecken fest stehen, wird die hölzerne Dachkonstruktion montiert. Die Zimmerleute sind startklar. Logistisch wird das noch einmal anspruchsvoll – das größte Bauteil misst 13 Meter Länge. Doch genau hier zeigt sich die sorgfältige Planung dieses Projekts.
Das neue Dach erfüllt gleich zwei wichtige Funktionen: Es spendet Schatten und trägt künftig eine Photovoltaik-Anlage. Damit wird das Waldschwimmbad einen großen Teil seines Energiebedarfs selbst decken können – ein wichtiger Schritt hin zu einem nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Betrieb. Ein Teil der Sitzstufen bleibt weiterhin sonnig – für alle, die das klassische Sonnenbad genießen möchten.
Die Außenanlagen nehmen Gestalt an
Auch rund um die Becken wird sichtbar, wie sehr sich das Erscheinungsbild verändert. Wo zuvor offene Rohrtrassen und Baustellenflächen dominierten, sehen wir schon gepflasterte Wege und neue Aufenthaltsbereiche. Die Außenduschen am Nichtschwimmerbecken sind installiert.
In Kürze beginnt zudem eine Garten- und Landschaftsbaufirma mit der Neubepflanzung der Außenanlagen – passend zum Beginn der Vegetationsperiode. Auch eine neue barrierefreie Rampe für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer wird noch angelegt. Unser Ziel bleibt ein modernes, einladendes und für alle zugängliches Waldschwimmbad.
Eine Herausforderung – und unser klarer Anspruch
Bei aller positiven Entwicklung gibt es einen Bereich, der uns intensiv beschäftigt: Das Gewerk Metallbau liegt derzeit hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Die beauftragte Fachfirma hat im vergangenen Jahr große Fortschritte erzielt, jedoch seit dem Herbst nicht mit der notwendigen Konsequenz weitergearbeitet.
In beiden Becken stehen noch Restarbeiten an der Beckenauskleidung sowie abschließende Schweißarbeiten aus. Hier führen wir klare und intensive Gespräche mit der Firma und bestehen auf die vertraglich vereinbarte Leistungserbringung. Unser Anspruch ist deutlich formuliert.
Warum wir noch keinen konkreten Termin nennen
Viele Menschen möchten verständlicherweise vor allem eines wissen: Wann öffnet das Waldschwimmbad wieder?
So sehr wir diesen Wunsch teilen, so verantwortungsvoll gehen wir mit dieser Frage um. Ein konkretes Datum zu nennen, das wir später möglicherweise korrigieren müssten, würde die Verunsicherung nur vergrößern. Sobald wir eine belastbare Terminplanung insbesondere für den Metallbau haben, werden wir transparent informieren.
Unsere klare Perspektive
Die Sanierung des Waldschwimmbades ist ein komplexes Großprojekt. Es geht nicht nur um kosmetische Verbesserungen, sondern um die langfristige, nachhaltige Sicherung von Niedernhausens beliebtester Freizeiteinrichtung. Genau deshalb arbeiten wir mit der notwendigen Sorgfalt und Konsequenz.
Bei allen Herausforderungen überwiegt für uns derzeit die Zuversicht: Die großen Baufortschritte sind sichtbar, viele Gewerke liegen im Plan oder stehen kurz vor dem Abschluss. Mit Blick auf den Gesamtfortschritt sind wir überzeugt, dass es eine Schwimmbadsaison 2026 geben wird.
Kommunalpolitik auf dem Prüfstand: Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl in der Theißtalschule
Diverse Wahlkampfveranstaltungen werden uns in den nächsten Wochen auf die Kommunalwahl am 15. März einstimmen. Plakate, Zeitungsanzeigen oder Infostände – in der Regel sind es im Wahlkampf die Politikerinnen und Politiker, die an uns herantreten.
Die Schülerinnen und Schüler der Theißtalschule haben am 11. Februar diese Konstellation einmal umgedreht und „die Politik“ zu sich geholt, zu einer Podiumsdiskussion in der Aula der Schule. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, im Publikum natürlich vor allem Schülerinnen und Schüler der Theißtalschule, aber auch weitere Interessenten jeden Alters waren eingeladen.
Die inhaltliche Vorbereitung der Podiumsdiskussion erfolgte im Politikunterricht sowie im WPU-Kurs von Frau Joz-Delshadian, wo Themenfelder erarbeitet, Fragen entwickelt und das Veranstaltungsformat strukturiert geplant wurden. Einen wichtigen Impuls erhielt das Projekt zudem durch Gespräche mit Elke Siems, die dazu anregten, politische Beteiligung junger Menschen in diesem Format aktiv und sichtbar zu gestalten. Auf dem Podium Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien, die in Niedernhausen zur Wahl stehen: Evelin Schönhut-Keil (Grüne), Tobias Vogel (SPD), Alexander Müller (FDP), Andreas Stähler (WGN) und Christian Brinker (CDU).
Fragen, die junge Menschen in Niedernhausen bewegen, dominierten die Agenda. Diese waren im Voraus gesammelt und wurden in mehreren Themenblocks dem Podium präsentiert. Das Format war komplett von den Schülerinnen und Schülern konzipiert und perfekt organisiert. Die Moderation übernahmen Haiko Kuckrow vom Niedernhausener Anzeiger und zwei Theißtalschul-Alumni: Martin Dietz und Henning Zwanzger, die mit großer Professionalität, Sachkenntnis und spürbarer Verbundenheit zu ihrer ehemaligen Schule durch den Abend führten. Mit klarer Struktur, begrenzter Redezeit und dem Mut zum Nachhaken sorgten sie für ein effektiv geführtes Gespräch, das wirklich auf den Punkt kam. Für die Antwort auf jede Frage gab es eine begrenzte Redezeit, die auch strikt eingehalten wurde. „Hart, aber fair“ wurden konkrete Antworten eingefordert –wirklich gute Moderation und Eventmanagement!
Welche Dinge regen junge Menschen in Niedernhausen zum Nachdenken an? Infrastruktur und Verkehr ist in Niedernhausen anscheinend ein „generationenübergreifendes“ Thema: Die Schülerinnen und Schüler waren unter anderem daran interessiert, wie die Parteien zu Geschwindigkeitsbegrenzungen oder zur Teilhabe am ÖPNV über das Schülerticket stehen. Eher „generationenspezifisch“ der Themenblock „Bildung, Betreuung, Jugendarbeit“: Hier wurden unter anderem die verschiedenen Positionen zur Digitalisierung in der Schule erfragt. Auch der Bereich „Sozialer Zusammenhalt und Ehrenamt“ ist jungen Menschen in unserer Gemeinde wichtig. Die Podiumsmitglieder waren sich einig, dass Menschen jeden Alters, die sich durch bürgerschaftliches Engagement einbringen, gefördert und gestärkt werden müssen.
Politische Kultur und Zusammenarbeit war ein weiterer Themenblock. In den Fragen schien gelegentlich die Sorge darüber durch, dass ein gutes und faires Miteinander in unserer Gesellschaft nicht immer selbstverständlich ist.
Einig waren sich alle Vertreterinnen und Vertreter der Parteien in ihrer dringenden Einladung an die jungen Menschen, sich wenn möglich selbst in der Kommunalpolitik zu engagieren, aber zumindest mit der Gemeindeverwaltung und den politischen Gremien stets das Gespräch zu suchen. Auch in Zukunft soll bei uns keine Meinung ignoriert, aber jede Meinung konstruktiv diskutiert werden! „Probleme lösen fängt beim Mitmachen an,“ brachte es ein Kandidat auf den Punkt. Bürgermeisterin Lucie Maier-Frutig und Schulleiterin Konstanze Kreutzer waren sich einig: „Diese Podiumsdiskussion hat eindrucksvoll gezeigt, wie reflektiert, sachkundig und verantwortungsbewusst unsere Schülerinnen und Schüler politische Prozesse begleiten – lebendige Demokratie beginnt genau hier, in der Schule.“
Der faire, offene Austausch an diesem Abend hat gezeigt, dass diese Art der Gesprächs- und Debattenkultur in Niedernhausen eine Zukunft hat!
Endspurt in der Hecke: Frist zum Gehölzschnitt endet am 28. Februar!
Es sieht noch nicht so aus, aber wir nähern uns dem Ende des Winters! Die ersten Frühlingsboten werden sichtbar, und ein solcher ist der traditionelle Hinweis der Naturschutzbehörde des Rheingau-Taunus-Kreises und des Niedernhausener Ordnungsamtes: Auch in diesem Jahr endet die so genannte Gehölzschnittfrist am 28. Februar! Ab diesem Zeitpunkt dürfen keine Bäume, Sträucher oder Gehölze gefällt oder beschnitten werden. Diese Frist dient zum Schutz von Tieren, für die Gehölze ein wichtiger Lebensraum sind. In unserer Region sind dies vor allem Vögel, aber auch viele Amphibien- und Insektenarten finden in Hecken und Gebüschen Schutz. Mit dem Beginn der Brutzeit und der Rückkehr vieler Zugvögel aus den Winterquartieren sollten Eingriffe in Gehölze vom 01. März bis 30 September unterbleiben. Erlaubt sind ausnahmsweise so genannte Pflege- und Formschnitte, die den Zuwachs der Pflanzen begrenzen oder deren Gesunderhaltung dienen.
Wer bis Ende Februar noch Bäume und Sträucher auf dem eigenen Grundstück schneiden will, möchte bitte folgendes beachten: Der Rückschnitt sollte idealerweise auch der Verkehrssicherung dienen: Überhängende Zweige an Geh- und Radwegen, sowie Fahrbahnen können Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge gefährden. Ebenso behindert dichtes Grün im Einmündungs- und Kreuzungsbereich oft die Sicht auf den Verkehr und kann zu Unfällen führen. Fahrzeuge des Winterdienstes und der Müllabfuhr werden unter Umständen von über die Grundstücksgrenze hinauswachsendem Bewuchs an der korrekten Ausführung ihrer Tätigkeiten gehindert. Wir weisen alle Haus- und Grundstücksbesitzer auf ihre „Verkehrssicherungspflicht bei Anpflanzungen“ an öffentlichen Straßen und Wegen hin. Bei Unfällen durch verkehrsbehindernden Bewuchs kann es auch zu einer eventuellen Schadenshaftung der Grundstückseigentümer kommen.
Als Faustregel empfehlen wir zwei Grundsätze: Erstens „Rückschnitt bis zur Grundstücksgrenze“ – so hängt nichts über, was eine Gefahr oder Hindernis sein könnte. Zweiter Grundsatz: „Lichte Höhe einhalten“ – wir sollten den Blick auf nach oben lenken und beim Rückschnitt das so genannte „Lichtraumprofil“ einhalten. Das ist eine Höhe von 2,5 Metern über Fuß- und Radwegen bzw. 4,5 Metern über Straßen für Autoverkehr. Vereinfacht ausgedrückt: „Kommt man unter dem Baum noch durch?“
Genaueren Informationen zu Gehölzschnitt und Verkehrssicherungspflicht finden Sie auf der Webseite der Gemeinde: www.niedernhausen.de Vielen Dank für Ihren Beitrag zur Sicherheit in Niedernhausen
