RTK und „lokalprojekte

  • „KI-Kompass“ wurde als praxisnahe Grundlage für KI-Einsatz entwickelt
  • RTK schafft einheitliches Kompetenzniveau, das auch Kommunen zugutekommt
  • „Macherin“ von lokalprojekte unterstützte Entwicklung direkt vor Ort in der Verwaltung

Herausforderungen in Chancen verwandeln – das ist eine der wichtigsten Aufgaben im Kreishaus des RTK. Das gilt in besonderem Maße für die Digitalisierung und die Nutzung Künstlicher Intelligenz. Um KI effektiv einsetzen zu können und so langfristig besseren Service für die Bürgerinnen und Bürger zu bieten, muss ein gemeinsames Grundverständnis zu Chancen, Risiken, ethischen Leitlinien und rechtlichen Anforderungen geschaffen werden. Erreicht wird dieses Ziel durch den neu entwickelten KI-Kompass.

Warum der Rheingau-Taunus-Kreis auf die strategische Verankerung von KI-Kompetenzen setzt:

  • Pflicht erfüllt, ohne dass es sich nach Pflicht anfühlt: Die EU-KI-Verordnung schreibt Schulungen zur Nutzung der Künstlichen Intelligenz vor. Der RTK hat diese Pflichtaufgabe bewusst genutzt, um einen Einstiegspunkt für mehr zu setzen: Durch strukturierte Lernmodule und bedarfsgerechte Inhalte werden Mitarbeitende qualifiziert, die KI sicher, effizient und rechtskonform einzusetzen. Die Schulung ist dabei nur der erste Baustein, nicht der Endpunkt.
  • Der Kreis geht voran – und nimmt die Kommunen mit: Der KI-Kompass ist nicht nur eine interne Lösung. Die (auch vergaberechtlich) geprüfte Schulung wird kreisangehörigen Städten und Gemeinden angeboten. Das ist gelebte interkommunale Zusammenarbeit und ein echter Mehrwert für kleinere Kommunen, die das alleine kaum stemmen könnten.
  • Saubere Vorarbeit – problemlose Einführung: Datenschutz und Personalrat sind eingebunden, die Auswahl ist vergaberechtlich konform dokumentiert, alle Führungskräfte und Digitalkoordinatoren sind eingebunden. Die Einführung läuft zuerst im Landkreis und ist dann auch kurzfristig für Städte und Gemeinden verfügbar. Mitarbeitende haben drei Monate Zeit für die Grundlagenschulung.
  • Frischer Blick von außen, eingebunden in die Verwaltung: lokalprojekte hat mit Jessica Jung eine „Macherin“ befristet in den Kreis entsandt, die das Projekt operativ vorantreibt – eingebettet ins Team, begleitet durch IT-Projektmanager Patrick Tremper und Projektinitiatorin Stefanie Werner (Digitalisierungsbeauftragte RTK).

Stefanie Werner erklärt: „So stellt man sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit vor, die nicht nur uns hier in der Kreisverwaltung hilft, sondern auch den 17 kreisangehörigen Städten und Gemeinden helfen wird. Wir sind sehr froh, dass uns lokalprojekte wieder unterstützt und uns mit Jessica Jung eine sehr engagierte „Macherin“ entsandt hat. So kommen wir in dem Thema KI zügig weiter.“

Jessica Jung ergänzt: „Das Projekt zeigt, dass die Verwaltung nicht dem Klischee-Satz ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘ hinterherhängt, sondern aktiv die Zukunft mitgestalten will. Natürlich gibt es bei so einem Projekt rund um KI anfangs Fragen und Unsicherheiten bei den Menschen, die mit ihr arbeiten sollen. Aber die Akzeptanz für digitale Innovationen hat hier beim RTK ganz schnell überwogen und gemeinsam konnten wir so ein Projekt durchführen, dass die Verwaltung nicht nur handlungsfähig hält, sondern sogar stärkt.“

Der KI-Kompass ist Teil des Programms „interkommunal.digital.wirken“ von lokalprojekte, das im dtec.bw-geförderten Forschungsvorhaben „Smart und agil, statt entleert und abgehängt – Digitalisierung des ländlichen Raums“ der Helmut-Schmidt-Universität in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel verankert ist. Der Rheingau-Taunus-Kreis ist eine von drei teilnehmenden Kommunen, neben dem Main-Kinzig-Kreis und dem Kyffhäuserkreis.

Lokalprojekte ist eine gemeinnützige Organisation, die seit 2023 über 15 Projekte mit dem öffentlichen Sektor umgesetzt hat. Für den Rheingau-Taunus-Kreis ist es bereits die zweite Zusammenarbeit: 2024 wurden gemeinsam der digitale Briefkasten für Bürgergeld-Nachforderungen sowie ein Leitfaden für die Anbindung weiterer Online-Dienste realisiert.

Mehr Infos zu lokalprojekte: https://www.lokalprojekte.de/projekte